
Gleichstellung & Diversity
Nachteilsausgleich sicher entscheiden, kommunizieren und umsetzen
Sie sollen über einen Nachteilsausgleich entscheiden – aber dürfen Sie das überhaupt, wer wäre zuständig? Die Prüfung ist in zwei Tagen, der Student drängt auf eine Lösung, das Attest enthält hochsensible Informationen und die Co-Lehrende hält die beantragte Maßnahme für unfair. Was dürfen Sie weitergeben? Wer entscheidet? Und was tun unter diesem Zeitdruck?
Dieser Workshop bietet Ihnen Übersicht über die komplexe Lage, samt gemeinsamem Training typischer und mitgebrachter Fälle und sorgt dafür, dass Sie kompetent und mit Lust für die Lösung an die nächsten Anfragen gehen können.
Nachteilsausgleich soll Studierenden ermöglichen, ihre vorhandenen Fähigkeiten unter chancengerechten Bedingungen zu zeigen. In der Hochschulpraxis entstehen dabei jedoch immer wieder Unsicherheiten: bei Behinderungen und chronischen oder psychischen Erkrankungen ebenso wie bei Schwangerschaft, Elternschaft oder Pflegeverantwortung. Hinzu kommen unterschiedliche Zuständigkeiten, Fristen, Datenschutz, kurzfristige Anfragen und nicht selten emotional herausfordernde oder konfliktiv verlaufende Gespräche.
Der Workshop vermittelt wissenschaftlich und rechtlich fundierte Grundlagen und übersetzt sie in konkretes professionelles Handeln im Hochschulalltag. Die Teilnehmenden lernen nicht nur die geltenden Regelungen und Verfahrenswege kennen, sondern erproben anhand realistischer Fälle, wie sie auch in uneindeutigen Situationen zu tragfähigen Entscheidungen und einer guten Kommunikation gelangen können.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, nicht vorschnell von einer Diagnose auf eine bestimmte Maßnahme zu schließen. Stattdessen wird gemeinsam erarbeitet: Welche konkrete Barriere besteht? Was soll mit einer Studien- oder Prüfungsleistung tatsächlich geprüft werden? Welche Veränderung der Bedingungen kann einen Nachteil ausgleichen, ohne die fachlichen Anforderungen zu verändern?
Für Hochschulen individuell angepasst
Nachteilsausgleich ist hochschulspezifisch – und zugleich sehr gut durch externe Trainer*innen vermittelbar. Denn die konkrete Praxis entsteht im Zusammenspiel übergeordneter rechtlicher Grundlagen mit dem jeweiligen Landeshochschulrecht, den Studien- und Prüfungsregelungen sowie den Zuständigkeiten und Verfahren der einzelnen Hochschule. Der Workshop wird deshalb durch eine gezielte Recherche der jeweiligen Hochschulstrukturen und -praxen vorbereitet und individuell angepasst.
Einbezogen werden insbesondere die geltenden Regelungen, Zuständigkeiten, Beratungsangebote und Verfahrenswege. Die externe Perspektive ermöglicht dabei zugleich, gewachsene Routinen und unterschiedliche Praktiken gemeinsam zu reflektieren und mit übergreifenden fachlichen und rechtlichen Grundlagen abzugleichen. So arbeiten die Teilnehmenden nicht an abstrakten Musterfällen, sondern an Handlungssituationen aus dem eigenen Hochschulalltag.
Zielgruppen
Nachteilsausgleich ist hochschulspezifisch – und zugleich sehr gut durch externe Trainer*innen vermittelbar. Denn die konkrete Praxis entsteht im Zusammenspiel übergeordneter rechtlicher Grundlagen mit dem jeweiligen Landeshochschulrecht, den Studien- und Prüfungsregelungen sowie den Zuständigkeiten und Verfahren der einzelnen Hochschule. Der Workshop wird deshalb durch eine gezielte Recherche der jeweiligen Hochschulstrukturen vorbereitet und individuell angepasst.
Einbezogen werden insbesondere die geltenden Regelungen, Zuständigkeiten, Beratungsangebote und Verfahrenswege. Die externe Perspektive ermöglicht dabei zugleich, gewachsene Routinen und unterschiedliche Praktiken gemeinsam zu reflektieren und mit übergreifenden fachlichen und rechtlichen Grundlagen abzugleichen. So arbeiten die Teilnehmenden nicht an abstrakten Musterfällen, sondern an Handlungssituationen aus dem eigenen Hochschulalltag.
Methoden
- Kurze wissenschaftlich und rechtlich fundierte Inputs
- Praxis- und Fallbeispiele aus dem Hochschulalltag
- Interaktive Übungen und Positionierungen
- Handouts mit systematischen Übersichten
- Arbeit an schwierigen und uneindeutigen Entscheidungssituationen
- Kleingruppenarbeit und Rollenspiele
- Kollegiale Beratung und vertraulicher Erfahrungsaustausch
- Transfer auf die Strukturen und Verfahren der eigenen Hochschule
Inhalte
- Was ist Nachteilsausgleich – und was ist er nicht?
- Rechtliche Grundlagen und Entwicklung des Nachteilsausgleichs
- Behinderung, chronische und psychische Erkrankung, Neurodivergenz, Schwangerschaft, Elternschaft und Pflege
- Prüfungsziel und Prüfungsbedingungen: Wo liegen die Grenzen des Nachteilsausgleichs?
- Vom individuellen Bedarf zur geeigneten Ausgleichsmaßnahme
- Rollen und Zuständigkeiten von Lehrenden, Prüfungsbüros, Prüfungsausschüssen, Beratungsstellen und Beauftragten
- Antrag, Nachweise, Entscheidung und Umsetzung
- Datenschutz und Umgang mit sensiblen Gesundheitsinformationen
- Kommunikation mit Studierenden in schwierigen oder emotionalen Situationen
- Zeitdruck, kurzfristige Anträge und uneindeutige Fälle
- Konflikte zwischen unterschiedlichen institutionellen Einschätzungen
- Reflexion eigener Haltungen und institutioneller Routinen
- Entwicklung sicherer Handlungsoptionen für die eigene Praxis
Formate
Ganztagesworkshop
Vertiefendes Training insbesondere für Mitarbeitende in Verwaltung, Prüfungsorganisation und Studienkoordination sowie für gemischte Gruppen. Neben Grundlagen bietet das Format ausreichend Raum für komplexe Fälle, Verfahrensfragen, Übungen und kollegiale Beratung.
Halbtagesworkshop
Kompaktes Format insbesondere für Lehrende und weitere Hochschulangehörige mit direktem Studierendenkontakt. Im Mittelpunkt stehen Grundlagen, Rollenverständnis, Sensibilisierung, Kommunikation und Handlungssicherheit in typischen Situationen.
Die Workshops können in Präsenz oder online sowie auf Deutsch oder Englisch durchgeführt werden.
Über mich
Als promovierte und habilitierte Wissenschaftlerin, versiert in Natur- und Geisteswissenschaften, verbinde ich langjährige Erfahrung in Forschung und Lehre an deutschen und internationalen Hochschulen mit meiner Tätigkeit als Trainerin und zertifizierte Mediatorin.
Durch meine Arbeit als Gleichstellungs- und Diversity-Beauftragte sowie in unterschiedlichen universitären Gremien kenne ich Hochschulen aus verschiedenen Rollen und Statusgruppen. Zusätzlich erleichtert jahrelange Erfahrung als Improtheater-Spielerin und -Trainerin den neugierigen Umgang mit Herausforderungen zu behalten und die Zertifizierung als Systemische Organisationsberaterin den Blick auf die menschlich komplexen Zusammenhänge zu richten.
In meinen Trainings verbinde ich wissenschaftliche und rechtliche Grundlagen mit einem besonderen Blick auf Kommunikation, institutionelle Dynamiken und die Frage, wie Regelungen im konkreten Arbeitsalltag tatsächlich handhabbar werden. Meine Workshops sind interaktiv und auf die jeweilige Hochschule und Zielgruppe zugeschnitten.